Familie

Frieden

7 August 2017

Warum liegt mir Frieden besonders am Herzen?

Ich bin zwar nicht alt genug, um die Befreiung Aachens durch die amerikanischen Truppen am 21. Oktober 1944 selber miterlebt zu haben, doch das Aachen, in das ich 1949 geboren wurde und in dem ich aufwuchs, war vom Krieg und den Nachkriegsjahren geprägt. Neben materiellen Entbehrungen bekam man gerade hier im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden die Nachteile einer eingeschränkten Freizügigkeit, strikter Grenzkontrollen sowie gegenseitigen Misstrauens zu spüren. Damals war es ein weiter Weg zu wirklichen Frieden.

Das hat sich in den letzten Jahrzehnten, unter anderem durch die Gründung der Europäischen Union, geändert. Ein solch vertrautes Miteinander, wie heute schien vor über 70 Jahren unvorstellbar.

Krieg, Befreiung und Neuanfang – diese drei Begriffe fassen die turbulente Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert zusammen. Ich begreife es als großes Glück dass ich zu einer Generation gehöre, die in Deutschland keinen Krieg miterleben musste. Und angesichts des Leids und der Zerstörung der beiden Weltkriege verpflichtet uns diese Chance des Neuanfangs umso mehr dazu, uns auch weltweit für Frieden und einzusetzen.

Was habe ich mit der SPD bereits erreicht?

Die SPD hat als erste deutsche Partei in der Nachkriegszeit ein klares Konzept für ein friedliches Miteinander geschaffen. Die Entspannungspolitik, moderne Friedensdiplomatie und zivile Krisenprävention haben wir zu Leitlinien deutscher und europäischer Außenpolitik gemacht.

„Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden, im Innern und nach außen”, diese Worte Willy Brandts gelten auch heute noch. In den vergangenen Jahren haben wir in Deutschland viele Menschen aufgenommen, die vor Krieg, Gewalt, Armut und Hoffnungslosigkeit geflohen sind. Das war nicht immer einfach und hat unser Land vor Herausforderungen gestellt. Es beeindruckt mich tief, wie wir diese Herausforderungen meistern.

Unsere Außenpolitik ist klar darauf ausgerichtet, Fluchtursachen zu bekämpfen und Plattformen für Austausch und Kooperationen zu schaffen. Wir brauchen eine Entwicklungspolitik, die auf Kultur und Bildung setzt und auf die Schaffung von Perspektiven vor Ort abzielt.

Was habe ich noch vor?

Anders als CDU und CSU sind wir gegen die Verdopplung von Rüstungsausgaben. Neben mehr Investitionen in unsere Infrastruktur wollen wir mehr Geld für die Entwicklungszusammenarbeit ausgeben.

Deutschland und Europa kommt eine besondere Rolle in der Welt zu. Wir wissen besser als viele andere Regionen, wie man jahrhundertelange Konflikte friedlich löst, wie man den Teufelskreis von Vergeltung durchbricht und ein friedliches Miteinander schafft. Schon deshalb brauchen wir eine gemeinsame europäische Außenpolitik.

Ich setze mich außerdem für eine Stärkung der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik ein. Die Mittel dafür werden wir in der nächsten Legislaturperiode deutlich erhöhen. Mehr deutsche Auslandsschulen, die Stärkung der deutschen Stiftungsarbeit im Ausland, die Ausweitung der Arbeit des Goethe-Instituts, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und anderer Institutionen sind ein wichtiger Beitrag für Frieden und Verständigung in der Welt.

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