Bundestag beendet Ausbeutung in der…

Diskussion zur Organspende in Roetgen mit Ulla Schmidt und Claudia Moll

29 Oktober 2019

Mehr als 10.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein Spenderorgan. Dagegen kommen Experten zufolge nur max. 4.000 Menschen als potentielle Spender in Frage. Um diese beiden Zahlen und die dahinter stehenden Schicksale ging es bei der Diskussion am Samstagmorgen in Roetgen. Die Bundestagsabgeordneten der Städteregion Aachen, Ulla Schmidt, MdB und Claudia Moll, MdB, hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Meinungsaustausch über den derzeit diskutierten Gesetzesentwurf zur Organspende eingeladen.

Dieser Entwurf sieht eine Widerspruchslösung vor, das heißt, dass jeder Bürger und jede Bürgerin grundsätzlich Organspender ist, solange er nicht widersprochen hat. Daneben steht ein Antrag, der eine Zustimmungslösung unterstützt, das heißt, jeder Bürger und jede Bürgerin soll weiter aktiv einer Organspende zustimmen, die Entscheidungsbereitschaft soll aber gestärkt werden. Die Kernfrage lautet also: Sollen die Menschen einer späteren Organspende weiterhin aktiv zustimmen, oder sollen alle automatisch Organspender sein, wenn sie nicht widersprechen?

„Es ist ein schwieriges ethisches Thema, das mit vielen Emotionen verbunden ist. Jeder Mensch kann davon betroffen sein, auch wenn er das selbst vielleicht gar nicht weiß“, so Ulla Schmidt. Deshalb sei es richtig, dass die Abstimmung über das Gesetz im Bundestag keinem Fraktionszwang unterliegt.

Klar sei aber, so Schmidt, dass wir entschiedene Anstrengungen brauchen, um die Organspendeanzahl zu erhöhen. Deshalb trat zum 1. April 2019 bereits das Gesetz für bessere Strukturen und Zusammenarbeit in der Organspende (GZSO) in Kraft, das die Strukturen in den Krankenhäusern stärken soll. So hat das Gesetz dafür gesorgt, dass es in den Kliniken nun einen Transplantationsbeauftragen gibt, spezielle Entnahmekrankenhäuser eine finanzielle Vergütung bekommen, es eine Rufbereitschaft unter Neurologen für die Feststellung des Hirntods und eine Dokumentation über den gesamten Prozess gibt. „Dreh- und Angelpunkt ist also die verbesserte Entnahmesituation in den Krankenhäusern. Das Gesetz muss nun erst mal in Gang kommen, aber ich bin sicher, dass es wesentlich dazu beitragen kann, die Anzahl der Spenden zu erhöhen“, so Ulla Schmidt.

Heute beschlossen: Finanzielle Entlastung für…