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Ulla Schmidt kritisiert Preisverleihung an Peter Singer

26 Mai 2015

Zur heutigen Verleihung des „Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung“ an Prof. Peter Singer in der Berliner Urania erklärt die Aachener SPD-Bundestagsabgeordnete und Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt:

„Mir ist unverständlich, dass bei der Auslobung des Preises und der Wahl Peter Singers für die Preisverleihung ganz offensichtlich nicht bedacht wurde, dass Herr Singer sich zwar um die Förderung der Tierrechte verdient gemacht hat, dabei aber das Lebensrecht von Menschen mit schweren Beeinträchtigungen in einer Weise infrage stellt, die einer solchen Ehrung diametral entgegensteht. Peter Singer, der den in Deutschland grundrechtlich und in der internationalen Staatengemeinschaft menschenrechtlich gewährleisteten Schutz des Lebens jedes Menschen bezweifelt und in der Folge ein uneingeschränktes Lebensrecht von Menschen aufgrund ihrer Beeinträchtigung und dem damit einhergehenden Fehlen von Rationalität, Autonomie und Selbstbewusstsein bestreitet, mit einem Preis auszuzeichnen, der noch dazu seinen Namen trägt, lässt jede Sensibilität für die Gleichwertigkeit menschlichen Lebens, für die Gleichheit der Menschen vermissen. Nicht zuletzt führt diese Auszeichnung zur Diskriminierung von Menschen mit schweren Beeinträchtigungen, die im Artikel 3 Abs. 3 des Grundgesetzes, der Grundlage unseres demokratischen Staates verboten ist.“

Der australische Wissenschaftler führte in seinem Buch „Muss dieses Kind am Leben bleiben?“ unter anderem aus, dass es legitim sein könnte, behinderte Neugeborene in den ersten 28 Tagen nach der Geburt umzubringen, da Neugeborene keine Selbstwahrnehmung hätten. Über die Lebensqualität behinderter Kinder und deren Weiterleben könnte ein Gremium entscheiden. In ähnlicher Weise spricht er etwa demenzkranken Menschen ab, denselben Anspruch auf Leben wie eine (geistig gesunde) Person zu haben. Da sie ihre Autonomie und ihre Persönlichkeit verlören, seien sie nur noch „ehemalige Personen“.

Die Verleihung stieß bereits im Vorhinein auf breite Proteste von Behindertenverbänden und aus der Politik.

© Foto: Laurence Chaperon

Ulla Schmidt, MdB und Michael…