Jobcenter im Dialog mit Ulla…

Würdevolle Begleitung bis zum letzten Lebensmoment (AZ 04.06.2013)

4 Juni 2013

Ulla Schmidt, seit September letzten Jahres Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, wies in ihrem Grußwort auf den enormen Bedarf hin. „Zum ersten Mal seit den Gräueln der nationalsozialistischen Euthanasie erreichen Menschen mit einer geistigen Behinderung ein hohes Alter“, sagte sie. Damit stünden die Einrichtungen der Behindertenhilfe vor der Frage, wie sie deren Wünsche und Bedürfnisse nach einem würdevollen Lebensende aufnehmen und im Betreuungsalltag umsetzen können. Mit Blick auf die bundesweite Vorreiterrolle der Region Aachen bei der Vernetzung der Hospiz- und Palliativangebote wünschte sich Ulla Schmidt, dass „Aachen auch beim Thema Sterbebegleitung für Menschen mit Behinderung wieder Avantgarde sein soll.“ Als Gesundheitsministerin hatte sie erreicht, dass alle Bürger einen Anspruch auf qualifizierte palliative Versorgung am Lebensende haben.

Simulierte Fallbesprechung

Wie dieses Recht für Menschen mit Behinderung von der Lebenshilfe Aachen praktisch umgesetzt wird, stellten Monika Winand und einige Kolleginnen den über 80 Teilnehmern des Hospizgesprächs sehr anschaulich vor, einschließlich einer simulierten Fallbesprechung auf offener Bühne. „Wir sprechen mit den Bewohnern und Angehörigen, wir führen regelmäßig Fortbildungen für die Mitarbeiter durch, wir haben ein Netzwerk aus Fachärzten und ambulanten Hospizdiensten geknüpft, und wir berufen Runde Tische ein, wenn ein Bewohner lebensbedrohlich erkrankt“, führte Winand aus. Es sei eine intensive Arbeit, die aber notwendig sei, um Ängste rund um das Thema Tod und Sterben zu nehmen und eine positive Grundhaltung bei der Begleitung von Sterbenden zu entwickeln. Dies gelte ebenso für die Trauerarbeit mit Freunden, Mitbewohnern und Angehörigen. So sollen in den Häusern der Lebenshilfe zukünftig auch gemeinsame Erinnerungstage an verstorbene Bewohner und Mitarbeiter angeboten werden. Peter S. wird nicht vergessen sein.

Die Aachener Hospizgespräche finden seit 1998 mehrmals im Jahr statt. Sie sind ein Forum für alle Einrichtungen und Dienste, die sich in der Begleitung sterbender Menschen engagieren, gemeinsam fortbilden, vernetzen und austauschen.

Das nächste Hospizgespräch befasst sich mit dem Thema Spiritualität in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Es findet am 19. Juni von 14 bis 18 Uhr in der Grabeskirche St. Josef am Adalbertsteinweg statt. Anmeldungen zum Gespräch sind möglich bei der Servicestelle Hospiz unter Telefon 5153490 oder per Email an info@servicestellehospizarbeit.de.

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